Jalta, 10. September 2011 – Freiwassermeisterschaften
Samstag vormittag: die Schwimmer strömen durch den Tunnel zum Meer. Am Ende des Tunnels die Registrierung: jeder Teilnehmer bekommt auf die Hand eine Nummer geschrieben. Weiterhin, eine Etage tiefer auf der Strandpromenade werden die Säcke zum Aufbewahren der persönlichen Sachen und die Badekappen, für jede Altersklasse eine eigene Farbe, verteilt. Die Registrierungsnummer wird auf die Badekappe, auf den linken Oberarm und auf die linke Schulter groß geschrieben. So gekennzeichnet, geht man noch eine Etage tiefer, zum Startsteg. Die Registrierungsnummern werden einzeln aufgerufen und man begibt sich zum Ende des Stegs. 4 Minuten vor dem Start wird das Komando abgegeben, ins Wasser zu springen und sich an der Startleine anzureihen, nach 2 Minuten erfolgte dann der Start.
“Ohne Regung ruht das Meer, keinen Wind von keiner Seite …” (Goethe), die Sonne scheint über dem Meer, vereinzelte Dekorwolken ziehen langsam über die Berge. Ich schwimme die ganze Strecke Brust, gleite lange auf dem Wasser und kann so die wunderbare Aussicht genießen. Sogar die Quallenkolonie, die ich einige Tage vor der Meisterschaft beim Testen der Strecke überfallen habe, ist verschwunden. Andrea Prayer, Hauptorganisator, hatte uns bei dem Open Water Meeting beruhigt, dass , sollten wir etwas keilformiges aus dem Wasser auftauchen sehen, dann könnte es “nur” ein Delphin sein! Die Delphine hatten sich an diesem Tag offensichtlich zurückgezogen, so dass die einzigen, von denen man eventuell berührt werden könnte, wären die schnelleren Gleichgesinnten beim Überholen. Da die Starts in einem Rhythmus von 15 Minuten, je mit um die 30 Schwimmern erfolgen, sind die Abstände zwischen den Schwimmern spätestens nach den ersten 500m, ziemlich groß.
Bei der Ankunft wartet auf uns warmer “Tchai” (Tee), Decken und … die Sonne. Auf dem Weg zu dem Platz, wo die Säcke mit den persönlichen Sachen aufbewahrt sind, läuft man einen Weg mitten durch die Promenadenrestaurants. Die Leute, die an den Tischen vor den gefüllten Tellern sitzen, schauen neugierig auf die Leute in Badeanzügen, die vorbeilaufen. Als ich auch durchgehe, empfinde ich etwas wie Überlegenheit … ich bin gerade 3 Km geschwommen, ich fühle mich leicht und laufe wie auf Federn!
Nach und nach werden die Ergebnisse für die verschiedenen Altersklassen ausgehängt. Über uns, auf der ersten Etage der Promenade, stehen Soldaten und schwere Militärautos. Und große Kanister – diese sehen aus wie die Kanister mit dem Tee, den wir vor kurzer Zeit am Ufer getrunken haben! Die ukrainische Armee scheint nicht nur für unsere Sicherheit sondern auch für unser Wohl gesorgt zu haben!
Die Siegerehrung: mit dem Schwarzen Meer im Hintergrund ist die Atmosphäre noch schöner als oben an der Hotelanlage! Auf dem Podest die Sieger, dabei scheinen mir so gut wie alle teilnehmenden Länder vertreten zu sein. Und so geht die XIII European Masters Championship mit der letzten Disziplin endgültig zu Ende!
Auf Wiedersehen, bis 2013 in Eindhoven!
P.S. Geschrieben unterwegs von Jalta nach Hause, auf den Flughäfen Simferopol und Istanbul. Den Vers von Goethe hat mir meine Freundin Hannelore hingeflüstert!







