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Update: Göteborg aus Kampfrichtersicht

Beitrag von am 6. August 2010 - 21:19schon ein Kommentar - kommentiere auch!

Wir haben Holger Erdniss (Wertheim am Main) in der Woche der Bahnenwettkämpfe nach seiner Kampfrichtersicht des Geschehens rund um die Göteborger Schwimmwettkämpfe befragt. Er berichtete von seinen Einsätzen im Valhalla-Badet.

Am Abend des letzten Wettkampftages im Bahnenschwimmen (6.8.2010) wiederholen wir unsere Interviewsitzung mit Holger Erdniss:

MI: Du hast jetzt eine Woche lang Deine Eindrücke im und am Wettkampfgeschehen in Göteborg sammeln und vertiefen können. Wie waren die Erfahrungen, die Du in Göteborg mit den internationalen Athleten, Kampfrichtern und Wettkampfstätten hast machen können?

H.E.: Die Wettkampfstätten waren in ihrer Beschaffenheit für solch einen Großwettkampf geeignet. Ein räumlich engeres Zusammenliegen der beiden Wettkampfbäder wäre sicherlich schön gewesen, aber solche baulichen Gegebenheiten, wie wir sie hier vorgefunden haben, müssen akzeptiert werden.

Beide Wettkampfstätten erfüllten jeweils für sich völlig die Anforderungen. Der Ausrichter hatte durch unzählige Helfer und entsprechende Planungen meines Erachtens alles für einen geordneten Ablauf vorbereitet. Die Zahl der Staffs/Volunteers und örtlichen Officials ging “gegen Unendlich”. In allen Bereichen waren stets freundliche Ansprechpartner vorhanden.

MI: Du hast gerade unseren Videobericht im Internetstream gesehen, mit dem wir Stimmen von Teilnehmern zur WM 2010 eingefangen haben. Ich habe Dich da beim einen oder anderen Kommentar das Gesicht verziehen gesehen.

H.E.: Die Kommentare geben – jeder einzelne für sich – eine subjektive Sichtweise der vergangenen Woche wieder. Jeweils “schräg” gekuckt habe ich, wenn ich den Eindruck hatte, dass ein persönliches Anliegen wichtiger genommen wurde als die Würdigung des Gesamtablaufes der Veranstaltung. Sehr schön finde ich das Video vom Mittwoch – hier wird ohne Worte sehr viel über die Veranstaltung erzählt.

So wie dort wiedergegeben, war auch die Veranstaltung.

Zusammenfassend: an so einer Veranstaltung würde ich als Kampfrichter jederzeit wieder teilnehmen.

MI: Holger, vielen Dank für das Gespräch. Und für morgen einen guten Heimflug.

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Am Abend des ersten Wettkampftages (31.7.2010) sitzen wir mit Holger zusammen

MI: Wie ist denn Deine Einschätzung des ersten Wettkampftages im Valhallabadet?

H.E.: Es ist immer wieder interessant, gemeinsam mit Kampfrichterkollegen aus anderen Ländern auf Schwimmer aus allen Ländern der Welt zu treffen. Der Ausrichter zeigte eine genaue Vorbereitung der Veranstaltung im Hinblick auf die Kampfrichter. Wir hatten nicht nur einen genauen Einsatzplan. Uns blieben auch Marathonschichten an den langen Wettkampftagen erspart – dort arbeitet das Kampfgericht in einem Zweischichtsystem.

Für die Kampfrichter wurde nicht nur ein T-Shirt, sondern auch eine Hose zur Verfügung gestellt. Beide mit dem Veranstaltungslogo versehen. Überraschend für uns als deutsche Kampfrichter war die Selbstverständlichkeit, mit der das Kampfgericht im Hallenbad kurze Hosen trug.

Auch scheinen sich schwedische „Gewerkschafts“gepflogenheiten auf das Kampfgericht auszuwirken. Nach jeweils einer Stunde kam ein Offizieller und schickte uns in eine kurze Pause.

MI: Du hattest es heute einen Wettkampftag lang nur mit Frauenwettkämpfen zu tun. Gab es hier Besonderheiten zu beachten?

H.E. (Lacht): aufgrund meiner heutigen Tätigkeit im Wendegericht waren hier sicherlich keine geschlechtsspezifischen Anmerkungen möglich.

Positiv ist mir aufgefallen, dass die zunächst scheinbar starren Abtrennungen von Aktiven und Begleitern im Bad nicht aufrecht erhalten wurden. Beide Gruppen mischten sich bunt.

MI: Du hast ja sicherlich auch schon von den Zeitverzögerungen im Lundbybadet bei den Siegerehrungen gehört. Teilweise (in der AK 70) haben Teilnehmer von 11:00 bis 15:30 Uhr vergeblich auf die Siegerehrungen gewartet. Frust und Enttäuschung waren entsprechend groß.

H.E.: Ich halte es einerseits für verständlich, dass Siegerehrungen bei einer solchen Veranstaltung erst in einem gewissen zeitlichen Abstand nach dem Start der Teilnehmer stattfinden können. Bei einer Setzweise nur nach Zeiten – so wie heute – und teilweise über 50 Meldungen in einer Altersklasse ist oftmals der Start selbst zwischen den Erstplatzierten bis zu einer Stunde zeitlich versetzt.

Erschwerend kommt für die Auswerter hinzu, dass offensichtliche Fehleinschätzungen der Meldezeit zu weiteren Verzögerungen führen. Bevor der letzte Teilnehmer in einer Altersklasse angeschlagen hat, kann nun mal keine Siegerehrung erfolgen. (Auch wenn Insider wissen, dass der Sieger schon längst geschwommen ist.)

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang eben auch an die FINA-Präambel, wo der Sieg und der Rekord nicht im Mittelpunkt eines Masterswettbewerbes stehen.

Andererseits ist der Frust und der Ärger mehr als verständlich. Man wartet und wartet und das ohne ausreichende Informationen. Ich könnte es mir schöner vorstellen, eine victory-ceremony zu einem festen Zeitpunkt durchzuführen, der bereits mit Veranstaltungsplanung feststeht. Das kennt man schließlich auch von anderen Sportarten.

MI: Holger, vielen Dank für Deine Einschätzung und Dein versöhnliches Schlusswort.

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  • Sabine

    Hallo,

    vielen Dank für die Berichterstattung!

    Ich konnte krankheitsbedingt nicht mitfahren und freue mich über jede Info, die ich vom Vorortgeschehen erhalte.

    DANKE!!!

    Viele Grüße
    Sabine